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Aufgabenmanagement-Tools im Vergleich: Welches passt wirklich zu deinem Arbeitsalltag?

leonieleodolter
4. Aug.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Aug.

Laptop mit geöffnetem Tool zum Aufgabenmanagament

Es gibt kaum einen Selbstständigen, der nicht irgendwann nach einem Aufgabenmanagement-Tool sucht. Am Anfang reicht oft ein Notizbuch oder eine einfache To-do-Liste. Mit jedem neuen Kunden, jedem Projekt und jeder zusätzlichen Verantwortung sammeln sich jedoch mehr Aufgaben an verschiedenen Stellen. Manche stehen im Kalender, andere in den Notizen, wieder andere schwirren einfach nur im Kopf herum.

Spätestens an diesem Punkt entsteht der Wunsch, alles an einem Ort zu organisieren. Genau dafür gibt es Aufgabenmanagement-Tools. Sie helfen dabei, Aufgaben festzuhalten, Prioritäten zu setzen und den Überblick zu behalten. Welches Tool das richtige ist, hängt allerdings weniger von der Anzahl seiner Funktionen ab als davon, wie du tatsächlich arbeitest.


Trello – wenn Übersicht wichtiger ist als Komplexität


Trello gehört zu den bekanntesten Aufgabenmanagement-Tools und wird oft als Einstieg gewählt. Statt langer Listen arbeitet das Tool mit Karten, die zwischen verschiedenen Spalten verschoben werden. Viele organisieren ihre Arbeit zum Beispiel in den Bereichen „Offen“, „In Bearbeitung“ und „Erledigt“.

Gerade für Soloselbstständige oder kleine Teams ist das oft völlig ausreichend. Der größte Vorteil liegt in der Einfachheit. Schon nach wenigen Minuten entsteht eine übersichtliche Arbeitsfläche, auf der sofort sichtbar wird, welche Aufgaben gerade anstehen und woran bereits gearbeitet wird.

Wer allerdings viele Projekte parallel steuert, Abhängigkeiten zwischen Aufgaben verwalten oder umfangreiche Prozesse abbilden möchte, stößt mit Trello früher oder später an Grenzen.


Asana – wenn Projekte gemeinsam organisiert werden


Asana richtet sich vor allem an Menschen, die regelmäßig mit anderen zusammenarbeiten. Aufgaben können einzelnen Personen zugewiesen, mit Terminen versehen und verschiedenen Projekten zugeordnet werden. Gleichzeitig stehen unterschiedliche Ansichten zur Verfügung – von klassischen Listen über Kanban-Boards bis hin zu Kalendern oder Zeitplänen.

Dadurch eignet sich Asana besonders für Unternehmen, deren Arbeitsalltag nicht mehr nur aus einzelnen To-dos besteht, sondern aus vielen parallelen Projekten mit mehreren Beteiligten.

Wer zum ersten Mal mit Asana arbeitet, merkt allerdings schnell, dass das Tool etwas mehr Einarbeitung verlangt als Trello. Dafür wächst es problemlos mit, wenn das Business größer wird und die Zusammenarbeit komplexer wird.


ClickUp – möglichst vieles an einem Ort


ClickUp verfolgt einen anderen Ansatz. Das Tool möchte nicht nur Aufgaben verwalten, sondern möglichst den gesamten Arbeitsalltag abbilden. Neben Projekten und Aufgaben lassen sich Dokumente, Dashboards, Whiteboards, Zeiterfassung oder Automatisierungen integrieren.

Für Unternehmen mit vielen Prozessen kann genau das ein großer Vorteil sein. Informationen müssen nicht mehr auf verschiedene Programme verteilt werden und viele Abläufe lassen sich miteinander verbinden.

Diese Flexibilität hat allerdings ihren Preis. Wer ClickUp ohne klares System einrichtet, verliert sich schnell in den vielen Möglichkeiten. Das Tool kann sehr leistungsfähig sein – verlangt aber auch die Bereitschaft, sich Gedanken über die eigene Arbeitsweise zu machen.


Todoist – der Fokus liegt auf den eigenen Aufgaben


Nicht jeder braucht ein umfangreiches Projektmanagement. Viele möchten einfach ihre täglichen Aufgaben zuverlässig organisieren.

Genau dafür wurde Todoist entwickelt. Neue Aufgaben lassen sich innerhalb weniger Sekunden erfassen, priorisieren und mit Terminen versehen. Die Oberfläche bleibt bewusst reduziert und lenkt nicht durch unzählige Funktionen ab.

Todoist eignet sich deshalb besonders für Soloselbstständige oder Freelancer, die vor allem ihre persönliche Arbeitsorganisation verbessern möchten und kein komplexes System für die Zusammenarbeit im Team benötigen.


Notion – Aufgaben und Informationen gehören zusammen


Viele entdecken Notion zunächst als digitales Notizbuch. Mit der Zeit wird daraus oft deutlich mehr. Aufgaben, Projektdokumentationen, Kundeninformationen, Wissenssammlungen oder Meetingnotizen lassen sich miteinander verbinden.

Gerade deshalb hat sich Notion in den vergangenen Jahren so stark verbreitet. Für viele Selbstständige besteht der Arbeitsalltag nicht nur aus Aufgaben. Genauso wichtig sind Informationen, Entscheidungen und Dokumentationen. In Notion können diese Bereiche an einem Ort zusammengeführt werden.

Die große Freiheit macht das Tool gleichzeitig anspruchsvoller. Anders als bei klassischen Aufgabenmanagement-Tools gibt es keine feste Struktur. Jeder baut sich seinen eigenen Arbeitsbereich auf. Das bietet viele Möglichkeiten, verlangt aber auch, dass man sich vorher überlegt, wie man eigentlich arbeiten möchte.


Welches Aufgabenmanagement-Tool ist das richtige?


Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Soloselbstständiger hat andere Anforderungen als ein Unternehmen mit zehn Mitarbeitern. Manche möchten möglichst schnell Aufgaben erfassen, andere brauchen eine Plattform, auf der Projekte, Dokumente und Zusammenarbeit zusammenlaufen.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf Funktionen zu schauen, sondern auf den eigenen Arbeitsalltag.


  • Wo entstehen deine Aufgaben?

  • Arbeitest du hauptsächlich allein oder gemeinsam mit anderen?

  • Geht es dir vor allem um deine persönliche Aufgabenliste oder möchtest du ganze Projekte organisieren?

  • Müssen Informationen und Dokumentationen ebenfalls an einem Ort liegen oder reicht dir eine reine Aufgabenverwaltung?


Viele wechseln im Laufe der Jahre auch das Tool. Das ist völlig normal. Mit einem wachsenden Business verändern sich oft auch die Anforderungen.


Warum das beste Tool den Arbeitsalltag trotzdem nicht automatisch leichter macht


Aufgabenmanagement-Tools sind hilfreich. Ich würde heute selbst keines mehr missen wollen.

Trotzdem beobachte ich immer wieder denselben Ablauf.

Jemand richtet voller Motivation ein neues Tool ein. Projekte werden angelegt, Kategorien erstellt und Aufgaben sortiert. Für einige Wochen fühlt sich alles aufgeräumter an.

Nach einer Weile ist die Aufgabenliste jedoch wieder genauso lang wie vorher. Neue Aufgaben kommen schneller hinzu, als alte verschwinden. Informationen müssen weiterhin gesucht werden. Rückfragen tauchen immer wieder auf und wichtige Entscheidungen existieren nach wie vor nur im Kopf.


An diesem Punkt beginnt häufig die Suche nach dem nächsten Tool.


Dabei liegt das eigentliche Problem oft gar nicht in der Software.

Ein Aufgabenmanagement-Tool verwaltet die Arbeit, die bereits entstanden ist. Es entscheidet aber nicht darüber, warum es diese Arbeit überhaupt gibt.


Wenn dieselbe Frage jede Woche erneut beantwortet werden muss, landet sie irgendwann als Aufgabe im Tool. Wenn niemand weiß, wo Informationen gespeichert sind, entstehen Suchaufgaben. Wenn Verantwortlichkeiten unklar sind, entstehen Rückfragen. Wenn Entscheidungen nirgendwo festgehalten werden, müssen sie immer wieder neu getroffen werden.


Das alles lässt sich hervorragend verwalten. Verhindern lässt es sich dadurch allerdings nicht.

Deshalb beginne ich selten mit der Frage, welches Aufgabenmanagement-Tool das beste ist. Mich interessiert zuerst, warum im Alltag überhaupt so viele Aufgaben entstehen.


Denn genau dort liegt häufig der größte Hebel.


Je mehr Klarheit im Business entsteht, desto weniger Arbeit muss später organisiert werden. Und genau dann kann ein Aufgabenmanagement-Tool das tun, wofür es eigentlich gedacht ist: den Überblick behalten – statt ständig neues Chaos verwalten zu müssen.



 
 
 

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