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Arbeiten von überall 2026/27: Wie viel Ort braucht dein Business eigentlich wirklich noch?

leonieleodolter
2. Sept.
6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Sept.

Remote Work ist längst nicht mehr nur etwas für Online-Businesses. Trotzdem höre ich noch immer erstaunlich oft: „In meiner Branche geht das nicht.“ Aber stimmt das wirklich? Denn auch wenn deine eigentliche Arbeit einen festen Ort braucht, gilt das noch lange nicht für dein gesamtes Business. Wer 2027 immer noch arbeitet wie 2010 verpasst nicht nur die Chance auf einen unabhängigen Arbeitsplatz, sondern macht sich seinen Arbeitsalltag möglicherweise schwerer als nötig.


Let me explain.



„In meiner Branche geht das nicht.“ Diesen Satz höre ich nach wie vor erstaunlich oft, wenn es um Remote Work oder auch nur um Automatisierungen geht. Und manchmal stimmt er natürlich.

Eine Friseurin kann mir schließlich nicht aus einem Café in Lissabon die Haare schneiden. Ich brauche hier keine hundert Beispiele nennen, um klarzumachen: Nicht jede Arbeit kann remote stattfinden. Punkt. Daran wird auch KI so schnell nichts ändern.  


Aber besteht ein Arbeitstag wirklich nur aus der eigentlichen Leistung?

Denn auch eine Frisörin muss Termine vereinbaren, Buchhaltung erledigen, Mitarbeiter koordinieren Ware bestellen und so weiter …


… merkst dus schon? Ja genau … all das sind Tätigkeiten, die auch in einem rein online geführten Business getan werden müssen. Also warum können die das ortsunabhängig – du aber nicht?


Ich glaube wir sollten aufhören Unternehmen in „remote“ und „nicht remote“ einzuteilen. Ich glaube die viel interessantere Frage ist:

Welche Teile meines Business brauchen tatsächlich einen bestimmten Ort – und welche eigentlich nicht?

 

Arbeiten von überall ist 2027 längst kein Geschäftsmodell mehr


Wenn wir an ortsunabhängiges Arbeiten denken, entstehen schnell dieselben Bilder.


Ein Laptop. Ein Café. Vielleicht ein Apartment irgendwo im Süden. Freelancer:innen, Coaches, Berater:innen, Agenturen und viele andere digitale Dienstleister gehören dazu.

Für sie ist es heute vergleichsweise einfach, ihr Business von zu Hause oder von überall auf der Welt zu führen. Typische online-Business-Modelle eben. Ist doch klar, dass das bei ihnen funktioniert – die brauchen nur ihren Laptop und Internet.


Aber genau deshalb wird ganz leicht übersehen, wie viel sich auch in Unternehmen verändert hat - oder verändern kann - die niemals vollständig remote sein werden.


Denn zwischen „Mein gesamtes Business funktioniert ortsunabhängig“ und „Ich muss jeden Tag an einem bestimmten Ort sein“ liegt inzwischen ein ziemlich großer Raum. Und dieser Raum heißt: Internet.


Jedes Unternehmen braucht einen Raum, in dem seine Haupttätigkeit stattfindet. Beim Handwerker ist das die Baustelle, bei der Frisörin ihr Salon und beim Arzt die Praxis. Online-Unternehmen haben als „Verkaufsraum“ eben das Internet gewählt.


Und das ist auch schon der größte Unterschied. Denn jedes Unternehmen besteht aus viel mehr als nur aus seiner Haupttätigkeit. Das Privileg, dass wir alle heutzutage haben – egal ob online- oder offline- Unternehmen – die Nebentätigkeiten, genau die die jedes Unternehmen braucht, um zu funktionieren – funktionieren bereits komplett Ortsunabhängig.

 

Und wer das in 2027 noch immer nicht begriffen hat – IST ABSOLUT SELBST SCHULD.

Ja, das hab ich wirklich gesagt und ja, das mein ich auch genauso. 

 

Die Freiheit daran ist viel unspektakulärer – und vielleicht gerade deshalb so interessant


Ich kenne das Bild, das du sofort vor Augen hast, wenn du „arbeiten von überall“ hörst. Ich habe vermutlich dasselbe oder zumindest ein ähnliches vor mir. Für mich - ein absoluter Traum.


Aber nicht für jeden – vielleicht willst du gar nicht von irgendeinem Café in irgendeiner fremden Stadt aus, arbeiten. Vielleicht willst du einfach mehr Zeit für deine Kinder haben. Oder vielleicht nervt dich das Dauergeklingel von deinem Smartphone schon so, dass du ernsthaft drüber nachdenkst jemanden für den Telefondienst einzustellen. Vielleicht sitzt du auch einfach nur gerne in deinem Büro, möchtest aber nicht, dass das ganze Unternehmen steht, nur weil du einmal krank bist.


All diese Gründe sind nicht nur verständlich, sondern auch echt, menschlich und nachvollziehbar.


Ortsunabhängigkeit bedeutet für mich deshalb nicht unbedingt, ständig den Ort zu wechseln. Sie bedeutet, die Wahl zu haben. Und diese Wahl entsteht nicht durch einen Laptop. Sie entsteht durch die Art, wie ein Business organisiert ist. 


Und jetzt sind wir bei dem Punkt angekommen, an dem ich dir sage: Auch wenn du nicht remote arbeiten möchtest – nimm dir ein Beispiel an diesen Geschäftsmodellen, um deines zu optimieren.


Das Ziel ist nicht dein Geschäft irgendwie ins Internet zu verlegen, sondern die Arbeitsweise der Online-Unternehmen auch für dich zu nutzen.


Ja – sogar als Handwerker ist es möglich: Baustelleneinteilung per App, Angebote schreiben mit KI, Kundenanfragen über online-Formulare, Lagerstand und Bestellungen digital, Buchhaltung über eine Software – und all das heutzutage über die Cloud.


… und weil ich davon ausgehe, dass du kein Handwerker bist, weil ich diese Zielgruppe nicht bespiele - frag dich jetzt mal: Wenn sogar der Fliesenleger um die Ecke, alles außer Fliesen legen schon online machen kann – warum du dann nicht auch? 

 

Aber jetzt, genug geschwafel – her mit den konkreten Beispielen:

 

1. Aufgaben, To-dos & tägliche Arbeit


In jedem Business vorhanden. Egal ob Tischler oder Coach. Jeder muss irgendwo festhalten was zu tun ist.

Vergiss an dieser Stelle deine Post-it’s und Notizzettel schnell mal. Es gibt unendliche Möglichkeiten To-dos digital griffbereit zu haben: „Aufgaben“-App auf jedem Smartphone, digitale To-do-Listen wie todoist oder Aufgabenmanagement-Tools wie Asana.

Eigentlich gibt es keine gute Ausrede mehr für Chaos am Schreibtisch und handgeschriebene Zettel.



2. Dateien & Dokumente


Eigentlich schon lange kein reines Remote-Thema mehr. Erstaunlicherweise aber oft noch so behandelt. Ich bin immer wieder geschockt, wenn ich Unternehmen sehe, die ihre Dateien und Dokumente rein lokal speichern und dann der Meinung sind, sie müssen deswegen immer im Büro sitzen.

Es gibt meiner Meinung nach keine offensichtlichere Ausrede mehr … in Zeiten von Google Drive, Dropbox, Microsoft Sharepoint oder Cloudservern.


Natürlich muss all das eingerichtet werden, dafür gibt es Profis und wenn du das nicht bezahlen willst – hilft dir, bei einfachen Dingen, ChatGPT aus. Der einzige Haken: man muss sich damit beschäftigen. Wenn man aber einmal alles aufgesetzt hat, kann man von überall aus auf Dateien und Dokumente zugreifen.

Die Bedeutung dahinter ist noch viel größer als einfach „von überall aus zugreifen können“ – es geht um Transparenz, eigenständiges Arbeiten, Vertrauen und Unabhängigkeit.


 

3. Operative und administrative Arbeit


Dazu zähle ich jetzt einfach mal alles, was in deinem Business so anfällt. Rechnungen schreiben, Buchhaltung machen, E-Mails beantworten. Termine vereinbaren. Und noch vieles mehr. Nichts davon ist mehr abhängig von physischer Präsenz.


Online-Terminkalender von Outlook, Apple, Timetree.

Onlinebuchungen über Calendly.

Rechnungen und Buchhaltung mit sevdesk.

Um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen.


 

4. Projekte


Wahrscheinlich einer der kompliziertesten Punkte. In den meisten Unternehmen laufen mehrere Kundenprojekte parallel. Da den Überblick nicht zu verlieren ist ein Meisterstück. Aber auch dafür gibt es schon unendlich viele Möglichkeiten. Aufgaben- und Projektmanagementtools können wahre Wunder bewirken. Einmal richtig aufgesetzt sind sie ein echter Gamechanger und eine Entlastung für den Kopf. Asana, ClickUp oder Monday.com sind nur 3 der unendlich vielen Möglichkeiten die auf dem Desktop, als App oder auch online genutzt werden können.


 

5. Kunden & Anfragen


Ähnlich, wie bei den Projekten müssen auch einzelne Kunden im Überblick behalten werden. Sowohl bei Kundendaten als auch beim Aufsetzen und Durchführen von Salesfunnels können CRM-Systeme wie Hubspot helfen.  

CRM bedeutet nämlich Customer Relationship Management.


 

6. Zusammenarbeit & Kommunikation


Spätestens wenn mehr Menschen zusammenarbeiten, ob als Kollegen, Mitarbeiter oder in Kooperation, muss man sich über Kommunikation Gedanken machen. E-Mail ist nach wie vor eine hervorragende Möglichkeit. Für engere Zusammenarbeit empfehle ich jedoch Channelsysteme wie Slack, aber eben auch Aufgabenmanagementsysteme wie ClickUp – diese vereinen Projektorganisation und Kommunikation in einem Tool.


 

7. Content & Marketing


Kein Unternehmen kommt ohne Marketing aus. Das gehört geplant, auch bei kleinen Unternehmen. Contentideen, Redaktionsplan und so weiter sollten einen fixen Platz haben. Ich nutze hierfür auch gerne Asana oder Clickup. Diese Systeme sind nicht extra dafür, aber als Aufgabenmanagementsysteme super geeignet um einen passenden Workspace aufzusetzen.


 

Vielleicht geht es am Ende gar nicht um Remote Work


Vielleicht ist das Interessanteste am Arbeiten von überall gar nicht, dass wir tatsächlich von überall arbeiten können. Sondern dass diese Arbeitsweise uns zwingt, zu hinterfragen, woran unsere Arbeit heute überhaupt noch gebunden sein muss. An einen bestimmten Ort, einen Computer, einen Aktenschrank, eine Person – oder an Abläufe, die wir irgendwann einmal eingeführt und seitdem nie wieder hinterfragt haben. Du musst dein Business 2027 nicht remote führen. Aber Unternehmen, die verstanden haben, dass sie sich unnötige Wege, physische Ablage, ständige Rückfragen oder vielleicht sogar Räume und Infrastruktur sparen können, arbeiten nicht nur ortsunabhängiger. Sie arbeiten einfacher.


Dass diese Art der Umstellung aber Zeit und Recherche braucht - ist unumstritten. Viele sehen es auch als Risiko. Ich selbst hab schon viel ausprobiert, oft von vorne begonnen und einen Haufen (positive und nicht so positive) Erfahrungen gemacht ... und genau diese teile ich in diesem Blog. - Aber nicht alles, Die heißesten Tipps bleiben meinen Kundinnen vorbehalten - Sorry.



Für alle, die 2027 was ändern, aber nicht bei o anfangen wollen:


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